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Beurteilung der Wirkung eines Diflufenican-Kombinationsherbizids auf mikrobielle Aktivitäten im Boden

Zusammenfassung
Unter Laborbedingungen wurden zwei für mikrobiologisch-ökotoxikologische Untersuchungen geeignete Standardböden mit und ohne Luzernemehlzusatz in verschiedenen Teilversuchen mit dem Herbizid 'Fenikan' (Diflufenican + Isoproturon) sowie den beiden jeweils nur einen der beiden Wirkstoffe enthaltenen Herbiziden 'RPA 41670 H' (Diflufenican) bzw. 'Arelon flüssig' (Isoproturon) sowie dem Referenzmittel 'Herbogil liquide D' (Dinoterb) behandelt. Die in die Böden eingemischten Herbizidmengen ergaben sich aus einem simulierten Eindringen der flächenbezogenen Aufwandmengen in verschiedene Bodentiefen und wurden – ausgehend von der einfachen Dosierung in 5 cm Bodentiefe – zur Ermittlung von Dosis-Wirkungs-Beziehungen bis auf das 100-fache ausgedehnt. Im Vergleich mit dem bioziden Referenzmittel wiesen die einfachen und 10-fachen Dosierungen der drei anderen Herbizide sowohl bei der Biomasse-bezogenen Dehydrogenaseaktivität (DHA) und Substratinduzierten Kurzzeitatmung (KZA) sowie auch bei der Kohlenstoffmineralisierung (LZA) nur geringe Wirkungen auf. Die Netto-N-Mineralisierung wurde indessen durch 'Fenikan' dosisabhängig erhöht. Exemplarische Dosis-Wirkungs-Beziehungen belegen dagegen auch für die DHA im BBA-Boden eine Hemmung durch 'Fenikan', während das nur Diflufenican enthaltende 'RPA 41670 H' kaum wirkte. Eine zusätzliche Auswertung des Kurvenverlaufs der KZA über 48 h zeigt auch hier Effekte, die durch die konventionelle Auswertung der standardmäßig 6 h nach Glucosezufuhr gebildeten CO2-Menge nicht erkennbar waren. Auch der Vergleich des ungedüngten und des mit Luzernemehl versetzten Bodens (= LIA-Auswertung) bestätigte für das Kombinationsherbizid 'Fenikan' und das nur Isorpoturon enthaltende 'Arelon flüssig' eine dosisabhängige Hemmung der DHA und gestattet die Eliminierung von Störeffekten durch Nährstoffeinträge. Auch die Gegenüberstellung der Kohlenstoff- und Stickstoffmineralisierung wies eine dosisabhängige Verschiebung zugunsten von Stickstoff durch 'Fenikan' und sogar teilweise durch 'RPA 41670 H' auf. Der Einfluss verschiedener Faktoren (z.B. des Bodens) scheint das Erkennen dosisabhängiger Wirkungen bei einem eingeschränkten Testumfang unter Umständen zu erschweren. Insgesamt verursachte 'Fenikan' sowie die Herbizide mit je einem seiner beiden Wirkstoffe – trotz einiger klar erkennbarer Einflüsse – nur vergleichsweise abgeschwächte Effekte auf mikrobielle Aktivitäten im Boden. Der Wirkstoff Isoproturon trägt dabei besonders zum Einfluss auf Bodenmikroorganismen bei.

Englische Version

Keywords/Stichworte:Herbizid; Diflufenican; Dinoterb; Isoproturon; Referenzmittel; Boden; mikrobielle Aktivität; Atmung; Dehydrogenaseaktivität; Stickstoffmineralisierung

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Autor:H.-P. MALKOMES, Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft, Institut für Unkrautforschung, Messeweg 11-12, D-38104 Braunschweig; E-Mail: H.Malkomes@bba.de


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