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Topramezone – ein neuer Herbizidwirkstoff zur hochselektiven Hirse- und Unkrautbekämpfung im Mais
Zusammenfassung
Topramezone ist der erste Wirkstoff aus der neuen chemischen Klasse der Pyrazolone und hemmt in sensitiven Pflanzen das Enzym 4-Hydroxy-Phenyl-Pyruvat-dioxygenase (4-HPPD). Dadurch wird die Biosynthese von Plastochinonen und indirekt von Carotinoiden unterbunden, die Synthese und Funktion der Chloroplasten wird damit gestört. Als Folge kommt es zum oxidativen Abbau von Chlorophyll, was sich insbesondere in den Wachstumszonen der oberirdischen Pflanzenteile in Form von deutlichen Ausbleichungen äußert.
Die sehr ausgeprägte Selektivität in Mais beruht auf einer geringeren Sensitivität des enzymatischen Wirkortes und einem schnelleren metabolischen Abbau als in empfindlichen Pflanzenarten. Die Aufnahme erfolgt über Spross und Wurzel und die Verteilung in der Pflanze vollzieht sich sowohl akro- als auch basipetal. Die Sprossaufnahme und Verteilung des Wirkstoffs können durch geeignete Zusatzstoffe maßgeblich beeinflusst werden.
Topramezone weist günstige toxikologische und ökotoxikologische Eigenschaften auf. Die mittlere Wasserlöslichkeit und die mittlere Persistenz im Boden gewährleisten eine Bekämpfung der Zielunkräuter auch über dem Boden. Wegen der stark ausgeprägten Blattwirkung auch gegen große Unkräuter und der sehr guten Maisverträglichkeit ist das Produkt für die Anwendung im Nachauflauf der Kultur vorgesehen, wobei ein sehr weiter Anwendungsbereich (1-Blatt- bis 8-Blatt-Stadium von Mais) möglich ist.
Im Vergleich zu anderen 4-HPPD-hemmenden Herbiziden zeichnet sich Topramezone durch eine sehr effiziente Bekämpfung aller in Mitteleuropa relevanten Schadhirsen, also vor allem Echinochloa-, Setaria-, Digitaria- und Panicum-Arten, aus. Das sehr gut und über die Bodenwirkung anhaltend bekämpfte Spektrum dikotyler Unkräuter schließt alle typischen früh- und spätkeimenden dikotylen Maisunkräuter wie Chenopodium-, Atriplex-, Amaranthus-, Solanum- und Galinsoga-Spezies ein. Aber auch andere in der Fruchtfolge wichtige Arten wie Stellaria media, Lamium-, Veronica-Arten und viele andere werden sehr gut bekämpft. Nicht erfasst werden dagegen die Nicht-Hirse-Ungräser und Polygonum convolvulus sowie Geranium- und Erodium-Arten.
Der Wirkstoff wird in Deutschland ab 2006 in einer SC-Formulierung mit 336 g/l unter dem Handelsnamen Clioâ vermarktet. Dabei werden je nach Anwendungssituation 50-75 g/ha Topramezone bzw. 150-225 ml/ha Clio gemeinsam mit 1,0 l/ha des Additivs Dash E.C. empfohlen.
Keywords/Stichworte:Topramezone; Pyrazolon; 4-HPPD; Clioâ; Mais; Echinochloa ; Digitaria ; Setaria ; Panicum ; dikotyle Unkräuter
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Autor:A. SCHÖNHAMMER, J. FREITAG, H. KOCH, BASF AG, Agrarzentrum Limburgerhof, 67117 Limburgerhof, E-Mail: alfons.schoenhammer@central-europe.basf.org, joachim.freitag@central-europe.basf.org, holger.koch@central-europe.basf.org

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