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Freie Hand für das große Lexikon - vom Verleger und der Ehefrau...

Ulmer online: Wie sind soviele Autoren überhaupt gefunden worden?

Mandarinenten-Erpel
Franz Robiller: Wer in der Materie so tief verankert ist, hat natürlich viele Kontakte. Die hatte ich auch zu DDR-Zeiten, auch in den Westen. Professor Dathe, Professor Grizmek, Professor Nicolai, um nur einige der bekanntesten Autoren zu nennen, gehörten unter anderem dazu. Da ich aber Westautoren mit im Boot hatte, musste ich in Zeiten der Blockbildung von Staats wegen auch solche aus der damaligen UDSSR und CSSR als Mitarbeiter integrieren.

Ulmer online: Sind bei der Realisierung des Buches Wünsche offengeblieben?
Beo
Franz Robiller:
Da die erste Auflage bei der Edition Leipzig ein Devisenbringer werden sollte, hat es manche Schwierigkeiten, die andere Autoren in anderen DDR-Verlagen da und dort hatten, so nicht gegeben. Allerdings hat es aus dem gleichen Grund auch zu einengenden Vorschriften geführt. Am gravierendsten war, dass das Lexikon einbändig werden sollte. Es musste daher um 300 Seiten (!) gekürzt werden.
Für die Neuauflage hat mir Roland Ulmer vollkommen freie Hand gelassen, sowohl was Umfang als auch Ausstattung wie Fotos anbelangt. Ich kann also sagen, dass keine Wünsche offen geblieben sind. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ulmer online: Auffallend ist, wieviele Fotos von Ihnen stammen. Wie groß muss da eigentlich Ihr Fotoarchiv sein?
Franz Robiller: Von den 535 Fotos von mir sind rund 500 Erstveröffentlichungen. Ansonsten ist der Fotobestand kaum noch überschaubar.

Magellangänse vor den Torres del Paine
Ulmer online:
Die Fotos zeigen Vögel aus allen möglichen Lebensräumen, gibt es überhaupt eine ornithologisch interessante Region, die Sie noch nicht besucht haben?
Franz Robiller: (Lacht) Doch die gibt schon noch. Spontan fallen mir Neuseeland, Alaska und die russische Taiga ein. Aber ansonsten bin ich wirklich schon weit herumgekommen.

Ulmer online: Wie bringen Sie Beruf, Familie und ein solch aufwändiges Hobby unter einen Hut?
Franz Robiller: Das geht nur, wenn man die verschiedenen Sphären scharf trennt, insbesondere Beruf und Hobby. Privat war das schon schwieriger, die Urlaube wurden konsequent für das Schreiben und Fotografieren genutzt, und meine Frau hat viel tippen müssen. Gott sei Dank komme ich aber mit sehr wenig Schlaf aus, und meine Familie zeigt viel Verständnis. Mein Sohn ist ja auch als Arzt und Ornithologe in die Fußstapfen getreten...

Einen ca. 100 Begriffe umfassenden Auszug aus dem "Lexikon der Vogelpflege" finden Sie hier.


Artikelübersicht:
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