. .

Schau mal wer da blüht

Auch wenn zu dieser Jahreszeit tagsüber die Sonne scheint und sich bis zum Abend keine Wolken zeigen, wird es nachts trotzdem empfindlich kalt. Umso mehr erfreut es das Auge des Betrachters, dass es im Reich der Pflanzen Arten gibt, die sich wenig um die Kälte kümmern und uns zu dieser Jahreszeit mit einer ungewöhnlichen Blütenpracht erfreuen. Die genaue Zeit der Blüte ist zwar von den Temperaturen abhängig, denn in einem strengen Winter mit viel Eis und Kälte blühen diese Pflanzen sicherlich etwas später als in einem milden Winter ohne strengen Frost.

Wer solche Pflanzen noch nicht in seinem Garten hat, sollte das ändern. Mit ihnen schließt man eine Gartenlücke, verlängert die eigene Gartensaison und überbrückt die Wartezeit zur bevorstehenden Frühjahrssaison. Das Angebot dieser Pflanzen reicht über Ziersträucher, Gehölzen, mehrjährigen Stauden und Zwiebelgewächsen.


Wer es etwas größer mag

Zaubernuss/ Hamamelis intermedia , gibt es inzwischen in vielen Gelb- bis Rottönen. Diese bis zu 4 Meter hohen Gehölze blühen sehr früh im Jahr auf, oftmals schon von Januar bis März. Ist der Frost sehr streng, schnurren die Blütenblätter regelrecht zusammen und schützen sich so vor Frost. Im Herbst bildet das Laub gelb blühender Sorten eine gelbe Färbung und die rot blühenden Sorten färben sich im Herbst prächtig orange.

Die Kornelkirsche/ Cornus mas , findet man häufig am Straßenrand oder auch in den Böschungen von Autobahnen. Von Februar bis März sind diese 5 bis 8 Meter hohen Gehölze über und über mit kleinen goldgelben Blüten besetzt. Im Herbst schmückt sich die Pflanze mit leuchtend roten Beeren.

Haselnuss/ Corylus avellana ist ein weiterer Winterblüher. Im Garten wird vorzugsweise die kleinwüchsigere Unterart die Korkenzieher-Haselnuss/ Corylus avellana contorta gepflanzt – Wuchshöhe bis 3 Meter. Der Blütenstaub der männlichen Blüte ist für viele Allergiker die erste Polleninvasion des Jahres. Die Pflanzen sind einhäusig, das bedeutet, männliche und weibliche Blüten befinden sich getrennt auf einer Pflanze. Auf dem Bild sind beide Blütenformen zu sehen. Markant sind ihre verdrehten und teilweise spiralförmigen Äste.

Der bis zu 4 Meter hohe Japanische Perlschweif/Stachyurus japonicaist eine absolute Besonderheit und wird leider bisher im Handel selten angeboten. Seine kettenförmig nach unten hängenden, gelben Glockenblüten erscheinen von März bis April.


Dafür findet sich immer ein Platz

Winterjasmin/ Jasminum nudiflorum gehört als Spreizklimmer zu den Kletterpflanzen. Seine Wuchshöhe beträgt bis zu 1,5 Metern und um halbwegs aufrecht wachsen zu können, benötigt er eine Mauer oder ein Gerüst, auf dem er aufliegen kann. Seine goldgelben Blüten erinnern stark an die einer Forsythie. Die Blütezeit liegt zwischen November und April.

Immergrüne Lavendelheide/ Pieris japonica  setzt ihre kleinen, glockenförmigen Blüten bereits im Spätsommer an. Mit dem Öffnen der zauberhaften Blüten von März bis Mai ist sie eher vorsichtig, bei Minustemperaturen verschiebt sie gern den Blühtermin. Die bis zu 3 Meter hohe Lavendelheide ist eine Schattenpflanze.

Der Winterschneeball/ Viburnum x bodnatense ’Dawn’ trägt seinen Namen zurecht. Die zu kleinen Dolden ausgebildeten Blüten sind weißlich bis zartrosa gefärbt und verströmen einen intensiven Duft, der an Honig erinnert. Dieser etwa 2,50 m hoch werdende Zierstrauch sollte in keinem Garten fehlen.

Der Seidelbast/ Daphne mezereum , ist eines unserer schönsten Wildgehölze, das am liebsten im lichten Schatten wächst und kaum über einen Meter hoch wird. Im Januar oder Februar öffnet die Pflanze ihre dicht am Holz sitzenden Blüten im wunderschönen Rosaton. Der Seidelbast ist relativ selten im Handel, aber bestens geeignet für kleine Gärten oder als passende Begleitpflanze für Heideanlagen. Leider ist diese Pflanze recht giftig.

 
Klein aber oho

Von der Winterheide/ Erica carnea gibt unzählige Sorten in den Grundfarben Rosa, Weiß und Rot. Der wesentlichste Unterschied besteht in den weit auseinander gezogenen Blühterminen, die von Oktober bis April reichen. Diese 30-40 cm hohen Pflanzen können auch im Halbschatten gepflanzt werden und sind eine ideale Unterbepflanzung für Gehölze

Der Zwergrhododendron/ Rhododendron praecox öffnet in der Regel zwischen März und April als seine lia, rosa, voiletten oder blauen Blüten. Durch seinen aufrechten Wuchs und seine Wuchshöhe von 1,5 Meter ist er eine schöne Einzel- oder Gruppenpflanze.

Winterlinge/ Eranthis hyemalis schaffen es auch schon mal unter der Schneedecke zu blühen. Die kleinen, goldgelben Blüten erinnern ein wenig an eine Anemone und erscheinen von Februar bis März. Die schrumpeligen, schwarzbraunen Knöllchen pflanzt man im Herbst in halbschattige Lagen in humosen Boden und erfreut sich dann an den sehr früh erscheinenden Blüten.

Helleborus niger , besser bekannt als Christrose, liebt schweren Boden und einen halbschattigen Platz. Insbesondere die neuen Hybriden, die seit einigen Jahren vermarktet werden, sind ein wahres Kleinod für jeden Garten. Sie samen sich übrigens relativ leicht aus, was zu immer neuen Farbkombinationen führt.

Was wären die „Winterblüher“ ohne die Schneeglöckchen/ Galanthus nivalis (ungefüllt) und Galanthus elwesii (gefüllt). Dieses zauberhafte kleine Zwiebelgewächs schafft es immer wieder aufs Neue, den Frühling einzuläuten.


Autor: Peter Hagen / Melanie Schellack

zurück zur Liste