Sojabohnen im Garten
Soja (Glycine max) ist eine Hülsenfrucht wie Erbsen und Bohnen. Ihre Heimat liegt in Ostasien, wo es unzählige Verwendungen für die Samen mit dem hochwertigen Eiweiß gibt. Man stellt in Japan, China und anderswo traditionelle Molkerei- und Brauereiprodukte statt aus Milch oder Getreide stattdessen aus Soja her. Soja ist also viel mehr als ein billiges Mastfutter für die europäische Massentierhaltung. Tatsächlich ist Soja mit 35 bis 45 % Eiweiß sehr proteinreich und deswegen in allen vegetarischen Diäten unverzichtbar.
Mehr zur Verwendung und den traditionellen Produkten aus Soja lesen Sie hier.
Es gibt viele Vorzüge der Eiweißfrucht, die dem Sojaanbau weltweit Auftrieb verschafft haben. Ein guter Grund, Soja in Deutschland und sogar im eigenen Garten anzubauen, sind die Knöllchenbakterien, die in Symbiose mit der Sojabohne viel Stickstoff im Boden hinterlassen und damit die Fruchtbarkeit fördern. Im eigenen Garten ist Soja eine gute Vorfrucht und eine wüchsige, unempfindliche Pflanze. Sie ähnelt in Wachstum und Aussehen der Buschbohne (Bild 1), kann aber bereits früher als diese, ab April gesät werden, da sie gegen Kälte toleranter ist. In meinem Garten keimen Sojabohnen sogar aus den im Boden überwinterten Samen von selbst aus.
Doch was soll man anfangen mit Sojabohnen? Aus ausgereiften, dann gelben Sojabohnen (Bild 2), wie man sie im Naturkostladen kaufen kann, können Sie selbst Sojamilch oder sogar Tofu machen. Doch diese Produkte sind als Bioprodukte aus Gentech-freien Sojabohnen in hoher Qualität im Handel erhältlich. Genauso eignen sich die haltbaren, trockenen Bohnen für die Herstellung von Keimlingen (Sojasprossen) im Winter.
Das Besondere an eigenem Soja ist die Möglichkeit die Bohnen grün zu ernten. In Japan und China isst man die Sojabohnen auch als Gemüse ähnlich Palerbsen. Die meiste Arbeit macht die Ernte der noch grünen aber bereits dicken Hülsen (Bild 1). Die ganzen Hülsen können Sie dann 10 bis 15 Minuten in Wasser kochen, damit sie aufspringen und die Samen frei werden. Die Sojabohnenkerne behalten ihre hellgrüne Farbe und schmecken nussig. Sie sind eine wunderbare Gemüsebeilage. Eine Knabberspezialität erhalten Sie, wenn Sie die Hülsen nach der Ernte auspulen und die grünen Sojabohnenkerne in etwas Fett in einem Topf garen, leicht salzen und so servieren. Angeröstete Sojabohnen (Bild 3) schmecken so gut wie Erdnüsse!
Sojabohnen dürfen Sie in keiner Zubereitung ungekocht bzw. ohne sie zu erhitzen essen. Auch Sojabohnenkeimlinge sind gesünder, wenn Sie sie blanchieren.
Kommentare:
- Keine Kommentar vorhanden -
