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Dez
Mispeln
2010
Die seit dem Mittelalter in Europa verbreitete und damals sehr geschätzte Obstart Mespilus germanica hat heute kaum noch Bedeutung. Obwohl Mispeln einen guten Geschmack haben, sind sie völlig in Vergessenheit geraten. Die Mispel ist ein bis zu 5 Meter hoch werdendes, langsam wachsendes, winterhartes Gehölz mit großen Blüten und sattgrünen Blättern. Es handelt sich bei der Mispel übrigens um ein Rosengewächs. Die deutsche Mispel darf aber nicht mit der Japanischen Wollmispel beziehungsweise der aus Italien kommenden Frucht "Nespola" verwechselt werden, die im Frühjahr auf unseren Märkten erhältlich ist.
Mispeln zu verarbeiten und haltbar zu machen ist arbeitsintensiv, weil die Früchte klein sind, am Blütenansatz eine Vertiefung haben, das Kerngehäuse groß und das Fruchtfleisch wenig ist. Mispeln werden als letztes einheimisches Obst erst im Herbst reif. Genießbar werden sie aber erst nach den ersten Frösten, wenn sie überreif sind. Dadurch wird das helle Fruchtfleisch weich und braun und entwickelt eine angenehme Süße und harmonische Säure sowie einen weinartigen Geschmack. Die Früchte können aber auch gelagert werden bis sie schließlich von alleine weich werden. Davor sind sie praktisch ungenießbar und voller Gerbstoffe.
Sie können die teigig gewordenen Mispel einfach auslutschen, dabei das Kerngehäuse und die raue Schale übrig lassen. Genauso gut können Sie die Mispeln halbieren und durchpassieren und zwar gekocht oder ungekocht. Das so gewonnene Fruchtmus ist hocharomatisch. Es eignet sich wie andere Wildfrüchte für Desserts aller Art und zur Verfeinerung von Apfelmus. Auch Saft und Gelee aus Mispeln sind eine Delikatesse. Spezialisten brennen aus Mispeln Schnaps oder setzten sie als Likör an.
Auf jeden Fall verdient diese Frucht wieder etwas Aufmerksamkeit von Liebhabern echter und unverfälschter Genüsse.
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