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Schrotschusskrankheit und Zweigmonillia an Kirschbäumen
17818: Schrotschusskrankheit und Zweigmonillia an Kirschbäumen
Grünfinger
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Vier verschiedene Sorten wurzelveredelte Süß- bzw. Knorpelkirschbäume stehen seit ca. 8 Jahren in meinem Garten. Das Immunsystem der Bäume wird scheinbar immer schlechter und jedes Jahr sind die Blätter schon im Juni total kaputt.
Vieles habe ich ausproboert, auch einmal chemische Mittel ohne Erfolg.
Diese Bäume werde ich alle roden.
Neben diesen Kirschbäumen stehen sehr gesund wachsende Pflaumen- und Apfelbäume.
Der Boden ist mineralhaltig/humos ohne Steine bzw. Kies aber vielleicht benötigt ein Kirschbaum gerade dieses?
Kann hier jemand weiterhelfen bzw. kennt wirklich resitente Sorten.
Antworten zu diesem Thema:
Moderator: Peter Hagen hat am 16.06.2010 09:04:55 geantwortet
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17819: Re: Schrotschusskrankheit und Zweigmonillia an Kirschbäumen
Die Pflanzen- Familie der Prunusgewächse, zu der unter anderem auch die Kirschen gehören, ist sehr groß. Leider kann man in den vergangenen letzten Jahren ein verstärktes Aufkommen von zwei verschiedenen Pilzen beobachten, die diese Pflanzengruppe befallen. Wie Sie bereits richtig erkannt haben, handelt es sich hierbei einmal um die Schrotschuß-krankheit und zum anderen um Monilia. Die Schrotschußkrankheit beginnt mit kleinen, rotumrandeten Blattflecken, die eintrocknen und dann herausfallen, was zu den typischen Löchern führt. Die Fruchtkörper des Pilzes überwintern in der Rinde des Baumes und besonders auch auf Fruchtmumien. Von hieraus werden die neuen Blätter und Früchte schon vom zeitigen Frühjahr immer wieder neu befallen. Deshalb muss alles alte und vorallem befallenes Material regelmäßig entfernt werden. Mehrfache Spritzungen als Austriebs und Vorblütenspritzung sind unerlässlich, wenn man den Pilz erfolgreich bekämpfen möchte. Wichtig ist es auch an benachtbarte Wirtspflanzen zu denken. (Pfirsich, Aprikose, Zwetsche, Pflaumen, Kirschlorbeer, Mandelbäumchen) Das gilt, um es vorweg zu sagen, auch für die Monilia. Nun zur Monilia, oder Spitzendürre. Die Überwinterung der Konidien (Sporenlager) ist sehr ähnlich-. Im Frühjahr gelangt der Pilz über die Blüten in die Pflanze und breitet sich in den Leitungsbahnen der Pflanze aus. (siehe beigefügtes Foto) Die Leitungs-bahnen werden dadurch verstopft und so kommt es zu der bekannten Spitzendürre. Hier hilft nur sofortiges Ausschneiden bis in das gesunde Gewebe. Auch bei diesem Pilz kommt man an Pflanzenschutz nicht vorbei, der im zeitigen Frühjahr schon einsetzen muss. Geeignete Fungizidwirk-stoffe führe ich anschließend noch auf.
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Schrotschuss bei der Kirsche
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gut zu erkennen, die verstopften Leitungsbahnen, in diesem Fall an einem Mandelbäumchen.
Hier noch eine paar Wirkstoffe von geeigneten Fungiziden, die habe ich so ausgewählt, dass sie gegen beide Pilze wirksam sind.
Captan, Carbendazim, Kupfer (doiverse Formulierungen), Trifloxystrobin. Wohlgemerkt, es handelt sich hierbei nicht um Produktnamen sondern um Wirkstoffe. Erhältlich sind solche Spritzmittel in Gartencentern, man sollte sich dort an der Pflanzenschutztheke beraten lassen. Ich wünsche viel Erfolg
Grünfinger hat am 21.06.2010 13:57:23 geantwortet
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17821: Re: Schrotschusskrankheit und Zweigmonillia an Kirschbäumen
Vielen Dank für Ihre Ausführungen Herr Hagen.
Bei häufigen Regenwetter müsste ich mehrmals eine neue Fungizidstritzung ausbringen und dann würde ich lieber fertige Kirschen im Geschäft kaufen als diese selber anzubauen.
Aus folgenden Gründen möchte ich keine Fungizidspritzungen ausbringen und suche deshalb nach Alternaiven:
- Widerholende bzw. häufige Verteilung von chemischen Giftstoffen im ansonsten Biogarten
- Eigenes Kontaktrisiko
- Wegen Resistenzbildung teilweise verschiedene Mittel erforderlich
-Alles in Kleinmengen relativ teuer und für den Hobbygärtner teilweise nicht verfügbar.
Als Alternative suche ich z.B. Formulierungen mit Milchsäure oder anderem. Hier müsste man auch nicht solche Kontaktangst haben und könnte die Bäume bzw. den Stamm damit regelrecht abwaschen. Vielleicht weis jemand etwas von früher her. Beispielsweise spritze ich das Kartoffelkraut nach jedam Regen mit einer Formulierung aus 1:4 Milch/Wasser und habe bis dato keine Probleme mit der Krautfäule mehr.
Am liebsten wären mir resistentere Kirschsorten aber die gibt es wohl nicht? Manchmal frage ich mich ob vielleicht die wurzelveredelten Kirschsorten empfindlicher reagieren als die großen wurzelechten?
Manchmal sieht man große kerngesunde Kirschbäume irgendwoh stehen. Vielleicht reagieren Bäume die zur Gattung der Prunusgewächste gehören und da besonders Kirschbäume empfindlicher auf entsprechende Pilzangriffe wenn sie auf "feuchten" lehmhaltigen Böden wachsen? Eventuell gedeihen sie auf sehr trockener kiesreier Erde (Kieselsäure)wesentlich gesünder als anderswoh?
Moderator: Peter Hagen hat am 21.06.2010 14:42:03 geantwortet
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17823: Re: Schrotschusskrankheit und Zweigmonillia an Kirschbäumen
Hallo Herr Schwaiger,
um ganz sicher zu gehen, habe ich mich heute morgen mit einem Fachberater für Obstanbau zusammengesetzt. Also, resistente Kirschsorten gegen die Schrotschußkrankheit gibt es bis dato leider nicht. Warum die Zwetschen in der Nähe Ihrer Kirschen nicht befallen werden, konnte er sich auch nicht näher erklären. Um den hartneckigen Pilz los zuwerden helfen eigentlich nur regelmäßige Spritzungen mit Fungiziden zum richtigen Zeitpunkt. Ihre Gegenargumente zum Spritzen sind durchaus berechtigt. Trotzden sehe ich das aus meiner Sicht nicht ganz so eng. Fungizide sind natürlich auch Chemikaliem, aber sie bauen sich nicht in der Pflanze auf und haben eine bedeutend kürzere Karenzzeit als die meisten Insektizide. Ich werde mir die Mühe machen und noch ein wenig nachforschen, gut möglich, dass mir da noch ein paar alte Haustips über den Weg kommen. Sobald ich Neues weiss, melde ich mich gerne wieder bei Ihnen. Für den Fall

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