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Zwergbuntbarsche

Schmetterlinge aus Tschechien

Lange stand der Schmetterlingsbuntbarsch auf dem dritten Platz der meistverkauften Aquarienfische, vor ihm nur der Rote und der ‚normale‘ Neonsalmler. Und immer noch gehört er überall zum Sortiment. Mittlerweile laufen aber einige Zuchtformen der Naturform beinahe den Rang ab. Von Vladko Bydžovský

Der südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch kommt nicht in den Flüssen oder Seen Amazoniens vor, wie man vielleicht anhand seines farbenfrohen Äußeren annehmen könnte. Er lebt in den Steppen- und Savannengewässern des westlichen Venezuelas und des angrenzenden Kolumbiens. Hier findet man ihn in langsam fließenden Bächen oder auch in Tümpeln, wo er sich gut zwischen Wurzeln und Pflanzen verbergen kann. Das Wasser ist stets extrem weich, sauer und mit mindestens 28 °C ziemlich warm.

Die heute ‚modernen‘ Vari­anten erinnern in der Färbung kaum noch an die ursprüng­liche Wildform. Die Herrschaft haben verschiedene Zuchtformen übernommen, die meist aus den Züchtereien Asiens stammen.

Die goldfarbene Variante etwa war lange sehr beliebt, bis vor einigen Jahren eine flächig blau gefärbte Züchtung – „electric blue“ genannt – auftauchte. Zunächst konnte man sie nur von südostasiatischen Züchtern bekommen. Mittlerweile wird sie in Tschechien, Deutschland und anderswo regelmäßig vermehrt.

Das Aquarium

Am besten eignet sich ein Art­aquarium, vor allem wenn Sie vorhaben, die Fische auch nachzuzüchten. Das Becken sollte eine Grundfläche von mindestens 30 x 30 Zentimetern haben. Sonst kann es vorkommen, dass sich die Fische untereinander aggressiv verhalten. Profizüchter wie Zdenek Docekal arbeiten teils mit ganz ähnlichen Behältern.

Das Wasser soll weich (bis 10 °dGH) und mindestens leicht sauer (pH 6,5 bis 7) sein, die Temperatur zwischen 24 und 26 °C liegen.

Leben die Fische in einem Gesellschaftsaquarium, sollte das Becken 60 Liter oder mehr fassen. In einem gut bepflanzten Behälter laichen die Fische fast von allein. Pflanzen und Wurzeln vermitteln ihnen dann mehr Sicherheit.

Die Ernährung

Die Mehrzahl der Zwergbuntbarsche nimmt sehr ungern Trocken- oder anderes künst­liches Futter an. Die Tiere fressen es nur ausnahmsweise, wenn sie starken Hunger verspüren. Damit allein würden sie weder ihre normale End­größe erreichen noch sich voll ausfärben.

Am besten eignet sich natürlich Lebendfutter, und da kommen vor allem Wasserflöhe (Daphnia) und Hüpferlinge (Cyclops) in Betracht. Die kann man aber auch durch Artemia-Nauplien ersetzen. Weiße und rote Mückenlarven kommen ebenfalls in Frage.

Das Wasser

Schmetterlingsbuntbarsche sind friedliche, eigentlich wenig anspruchsvolle Fische, die nur hohe Karbonathärtewerte und niedrige Sauerstoffgehalte nicht mögen. Nach Eintritt der Geschlechtsreife bilden sie Paare, die ihr Leben lang zusammen bleiben. Nahezu ideal ist es, zwei oder drei Paare  in einem Artaquarium zu pflegen.

Die Fische sind eigentlich recht langlebig; ein früher Tod ist fast immer die Folge einer Krankheit. Meistens handelt es sich dann um Fischtuberkulose oder eine andere bakteriell verursachte Maläse. Um so etwas zu vermeiden, benutze ich reine Artaquarien, in denen die Gefahr der Keimübertragung nur begrenzt möglich ist. Sie können das von vornherein selbst beeinflussen, indem Sie beim Kauf darauf achten, nur gesunde Fische zu bekommen.

Haltung

Die ruhigen Schmetterlingsbuntbarsche eignen sich na­türlich auch für Gesellschafts­aquarien mit kleineren, nicht zu hektischen Mitbewohnern. Die Wassertemperatur sollte vorzugsweise bei 24 bis 25 °C liegen. Wichtig wie ja bei den meisten südamerikanischen Zwergbuntbarschen sind ein hochwertiger Filter, der eine leichte Strömung erzeugt, und der regelmäßige großzügige Wasserwechsel.

In den 1980er-Jahren haben viele Aquarianer die Temperatur noch gelegentlich – meist an einem Tag pro Woche – auf 30 °C erhöht und behauptet, da­-mit die Kondition der Fische  zu verbessern. Es ist durchaus möglich, dass diese Maßmahe viele Ektoparasiten abtötet, die sonst den Fischen geschadet hätten.

Andere haben „ToruMin“ in kleiner Dosierung ins Wasser gegeben, um Haut und Schleimhaut der Fische zu stärken, womit sie offenbar Erfolg hatten.

Die Nachzucht

Männchen und Weibchen sind leicht voneinander zu unterscheiden. Sobald die Fische laichen wollen, suchen sie sich einen Stein aus, dessen flache Oberfläche sie für das Laich­geschäft putzen. Manchmal dient als Laichsubstrat die Oberseite eines Anubias- oder Echinodorus-Blattes. Auch in Sandgruben laichen die Tiere bisweilen ab.

Bei guter Pflege sind die Fische sehr produktiv und kön­-nen etwa 200 bis 400 Eier pro Gelege produzieren. Das Wasser muss weich sein (bis 3 °KH), der pH-Wert sollte zwischen  pH 5,7 und 6,2 liegen.

Nach etwa 36 Stunden (bei  30 °C) kommt es zum Schlupf, nach ungefähr sechs Tagen schwimmen die Jungfische frei. Ist das Wasser kühler, dauert es natürlich länger.

Das Separieren des Weibchens, das die Brut dann allein pflegt, halte ich für unnötigen Stress.

Auch fressen Schmetterlingsbuntbarsche ihre Brut normalerweise nicht. Kommt es dennoch vor, dann haben sich die Eier nicht richtig entwickelt. Das hängt aber in der Regel mit den Wasserwerten zusammen – stimmen die Parameter nicht perfekt, entwickeln sich die Eier nicht weiter.

Profizüchter entnehmen oft den Stein mit dem Gelege und ziehen die Jungen separat auf. Die Elterntiere können so nach zehn bis 20 Tagen wieder ab­laichen.

Zusätzlich geben viele Züchter noch ein Mittel gegen Laichverpilzung in das Wasser und installieren eine kräftige Belüftung.

Allerdings kommt es so auch häufig zu weniger hochwertigem Nachwuchs. Insgesamt gesehen ist es jedenfalls besser, den Elterntieren die Brutpflege zu überlassen.

Als Startfutter eignen sich am besten feine Artemia-Nauplien oder Hüpferlinge. Wir können auch staubfeines Trockenfutter verwenden, womit ich selbst ausgezeichnete Erfahrungen gemacht habe.

Man muss ziemlich penibel auf die Sauberkeit im Aquarium achten, damit es nicht zu einem Jungfischsterben kommt. Die Wasserwechsel führt man langsam und vorsichtig durch.

Nach fünf bis sechs Wochen sind die Fischchen etwa zwei Zentimeter lang; mit den ersten kräftigeren Farben kann man nach ungefähr vier Monaten rechnen. Nach einem halben Jahr guter Pflege können wir uns dann schon auf die nächste Generation kleiner Schmetterlinsgbuntbarsche freuen.

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Autor: Vladko Bydžovský

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