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Einfluss des Rhizosphären-Transfers von Glyphosat auf Nicht-Zielpflanzen

Zusammenfassung
Aufgrund des schnellen mikrobiellen Abbaus und der Sorption in Böden wird die Anwendung des weit verbreiteten Herbizids Glyphosat in der Regel als problemlos für die landwirtschaftliche Praxis betrachtet. Unsere Arbeiten weisen jedoch darauf hin, dass diese Schussfolgerungen keine uneingeschränkte Gültigkeit besitzen, da in den bisherigen Risikobewertungen Rhizosphärenprozesse offensichtlich nicht ausreichend berücksichtigt wurden.
In Nährlösungsexperimenten, Minrhizotron-, und Topfversuchen konnte gezeigt werden, dass Glyphosat nach Blattapplikation schnell vom Spross in die Wurzeln der Zielpflanzen verlagert und anschließend in die Rhizosphäre abgegeben wird. In der Rhizosphäre kann Glyphosat offenbar lange genug stabilisiert werden, um Nicht-Zielpflanzen negativ zu beeinflussen. Bei solchen negativen Seiteneffekten handelt es sich z.B. um eine gehemmte Aneignung von Mikronährstoffen, wie Mn aber auch von Zn, Fe und B, die an pflanzeneigenen Krankheitsresistenzmechanismen beteiligt sein können.
Als Folgen dieses Glyphosat-Transfers auf Nicht-Zielpflanzen (z.B. bei der Unkrautbekämpfung im Obstbau) wird ein Anstieg der Krankheitsanfälligkeit, besonders auf Böden mit verminderter Verfügbarkeit von Mikronährstoffen, prognostiziert, wie dies Feldbeobachtungen in den USA bereits gezeigt haben. Im Interesse der Gesundheit von Pflanzen und Böden erscheint eine Neubewertung des Risikopotentials von Glyphosatanwendungen dringend geboten.

Englische Version

Keywords/Stichworte:Glyphosat; Wurzelexsudate; Rhizosphäre; Mikronährstoffe

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Autor:G. NEUMANN, S. KOHLS, E. LANDSBERG, K. STOCK-OLIVEIRA SOUZA, V. RÖMHELD, Institute of Plant Nutrition (330), Hohenheim University, 70593 Stuttgart, Germany, e-mail: gd.neumann@t-online.de, susanne-kohls@uni-hohenheim.de, k-stock@uni-hohenheim.de, roemheld@uni-hohenheim.de;
T. YAMADA, POTAFOS, Piracicaba-SP, Brasil, e-mail: yamada@potafos.com.br


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