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Farne für den Garten

Farne zählen zu den besonders alten Pflanzen. Im Zeitalter des Karbon (vor etwa 400 Millionen Jahren) bildeten sie zusammen mit Schachtelhalm- und Bärlapppflanzen riesige Waldflächen, die die Basis für unsere heutigen Steinkohlevorkommen sind. Noch heute sind etwa 10 000 Arten bekannt, die weltweit vorkommen und sich in rund 250 Gattungen unterteilen. Bei uns in Mitteleuropa kommen allerdings nur etwa 100 Arten vor. Darunter gibt es sehr viele winterharte und sogar wintergrüne Arten.

Bis auf ganz wenige Vertreter zählen Farne, die man im Garten kultivieren kann, zu den Schatten liebenden Pflanzen. Farne blühen nicht und vermehren sich über einen komplexen Mechanismus mit Sporen, der nur dieser Pflanzengruppe zu Eigen ist. Farne fallen durch ihre spezielle Blattform auf, die sehr unterschiedlich sein kann. Besonders schön anzusehen ist bei vielen Farnen die Blattentwicklung bei Neutrieben, die bei manchen Arten oft einem Bischofstab ähneln. Gartenfarne besitzen die unterschiedlichsten Wuchsformen. Sie reichen vom Bodendecker bis zu meterhohen Gewächsen.

Fast alle bekannten Gartenarten benötigen Halb- bis Vollschatten. Sie lieben allesamt einen sehr humosen Boden mit ausreichend Feuchtigkeit ohne stauende Nässe. Wenn die Luftfeuchtigkeit auch noch möglichst hoch ist, schafft man die idealen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gartenkultur. Was Farne überhaupt nicht mögen, ist mineralischer Dünger. In der Regel reichen Farnen Dünger, die sich aus zersetzendem Laub und anderen organischen Massen bilden.

Farne wirken im Garten besonders schön, wenn unterschiedliche Arten in Gruppen zusammengepflanzt werden. Informieren Sie sich aber zuvor eingehend über die jeweiligen Wuchseigenschaften, denn manche Arten neigen zur Rhizombildung und weisen eine erstaunlich starke Ausbreitung auf. Je nach Art sollte man mit Ausnahme der stark wachsenden Arten wenigstens immer drei gleiche im passenden Abstand zueinander pflanzen.

Farne lassen sich auch sehr schön mit anderen Schatten liebenden Stauden kombinieren. Christrosen-Hybriden aber auch deren Wildformen sind sehr gut geeignet, ebenso das Maiglöckchen. Bei ausreichend Platz passt auch das weiß blühende Geißblatt oder der Fingerhut dazu. Farne wirken auch in Kombination mit Blattschmuckpflanzen wie zum Beispiel Funkien. Als Wildstauden könnte man noch das Buschwindröschen, die Schlüsselblume, wilde Alpenveilchen oder das Leberblümchen empfehlen.

Ein paar wichtige Gattungen
Gartenfarne findet man in den Staudenabteilungen von Gartencentern. Die Auswahl ist recht groß, insbesondere weil es einige Spezialgärtnereien gibt, die sich verstärkt um die Anzucht dieser „Modepflanze“ bemühen.

Besonders grazil wachsen die Arten der Gattung Adiantum (Frauenhaarfarn).
Asplenium (Streifenfarn) zeichnet sich aus durch breite, interessant geformte Triebe.
Athyrium (Frauenfarn) ist eine weit verbreitete Art, die in unseren Gärten gut gedeiht, ebenso wie die Blechnum-Arten (Rippenfarn).
Neben den stark wachsenden Farnen wie Osmunda (Königsfarn), Polystichum (Schildfarn) und Polypodium (Tüpfelfarn) gibt es noch viele weitere schöne Vertreter, die für den Garten interessant sind.
Bei den hier genannten Gattungen handelt es sich um winterharte Farne, die mit unserem Klima gut zurechtkommen. Manche sind wintergrün, andere ziehen sich im Herbst zurück, schlagen aber im zeitigen Frühjahr erneut aus. Zu jeder aufgeführten Gattung gehören mehrere verschiedene Arten und teilweise auch Sorten mit besonderer Blattfärbung oder Musterung.

Autor: Peter Hagen

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