Rückschnitt
Sollen Stauden zurückgeschnitten werden? Wenn ja, wann? Im folgenden Text erfahren Sie mehr. Weitere Informationen zur Staudenpflege, Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Pflanzenpflege erhalten Sie hier:
Polsterstauden und Immergrüne wie Blaukissen (Aubrieta x cultorum), Schleifenblume (Iberis sempervirens), Heiligenkraut (Santolina chamaecyparissus), Lavendel oder Gänsekresse (Arabis caucasica) dürfen nicht jährlich zurückgeschnitten werden. Alte Stöcke von Lavendel oder "vergreistes" Heiligenkraut benötigen einen radikalen "Verjüngungsschnitt", um wieder schön und stattlich zu werden. Schütter gewordene Polster von Schleifenblumen werden gleich nach der Blüte um ein Drittel zurückgeschnitten. Anders als bei Blaukissen, Gänsekresse, Grasnelke und horstbildenden Gräsern: um die in der Mitte braun und kahl gewordenen Polster oder Horste wieder dicht zu begrünen, werden die "Löcher" im Frühling mit frischer Erde gefüllt und feucht gehalten. Dadurch wird hier eine neue Bewurzelung angeregt, und die neuen Triebe schließen den Polster.
Es gibt eine Gruppe unter den Stauden, die ein zweites Mal blühen, wenn sie gleich nach den ersten Flor 10 cm über dem Boden zurückgeschnitten werden. Dazu zählen unter anderem Feinstrahlastern (Erigeron-Hybriden), Rittersporn (Delphinium-Hybriden) und Lupinen (Lupinus x hybridus). Die meisten Stauden blühen hingegen im Durchschnitt nur einmal im Jahr für einige Wochen. Danach kommt meist auch schon die Gartenschere, um mit den braunen Blüten gleich die ganze Pflanze "ordentlich" zurückzuschneiden. Stauden benötigen aber auch nach der Blüte noch Zeit, um sich weiter zu entwickeln, ihren natürlichen Jahreszyklus zu beenden und eventuell Reserven für das nächste Jahr anzulegen. Zu frühes Schneiden schadet oft mehr, als es nützt. Spätestens im Frühling sollten aber die abgestorbenen und braunen Teile entfernt werden, damit dem neuerwachten Leben "nichts im Wege steht".
Tipp:
Schneiden Sie Gräser oder Blütenstauden mit hohlen Stängeln (z.B. Lupinen nach den zweiten Flor) erst im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb zurück. Bei Schnitt im Herbst sammelt sich Wasser darin, das gefriert und die Pflanzen so weit schädigen kann, dass sie den Winter nicht überleben.
Wer dennoch trockene, braune Pflanzen im Herbst nicht schön findet, sollte auf Schnee und Raureif warten, die die Halme und Stängel zu bizarren, wunderschönen Winterbildern verwandeln.
777 x Garten
777 x Garten. Sie fragen - wir antworten. Edgar Gugenhan. 2., aktualisierte Auflage 2007. 384 S., 79 Zeichn. (Cartoons), kart. ISBN 978-3-8001-5356-5. € 7,90 weiter lesen ...
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