Johannisbrotbaum Ceratonia siliqua

<i>Ceratonia seliqua</i>
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Ceratonia seliqua
Der Johannisbrotbaum, der jährlich beachtliche Mengen Früchte trägt, machte früher in Israel einen wichtigen Bestandteil der dortigen Vegetation aus. Im Gleichnis vom Verlorenen Sohn stellt uns Jesus einen jungen Mann vor, der sein Geld mit einem lockeren Leben verschwendet hatte und nun die Schweine hüten muss – eine entsetzliche Arbeit für einen Juden, für den diese Tiere unrein sind. Schlimmer noch: Er musste sich aus Hunger an das Schweinefutter halten, die Schoten des Johannisbrotbaumes.

Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.

Lukas 15,16

Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; Heuschrecken und wilder Honig waren seine Nahrung.

Matthäus 3,4

Die meisten Bibelausleger vertreten die Meinung, dass mit Heuschrecken tatsächlich die Früchte des Johannisbrotbaumes gemeint sind. Sie begründen dies mit der Ähnlichkeit der Wörter hagavim für Heuschrecken und haruvim für Johannisbrotbäume.

Aufgrund des hohen Gehalts der Früchte an Kohlenhydraten war die Johannisbrotbaum-Kultur auch von strategischer Bedeutung, zumindest solange Pferde in den saisonal vegetationsarmen Gebieten des Nahen und Mittleren Ostens bei kriegerischen Auseinandersetzungen als Transportmittel unentbehrlich und zusätzlich auf solche Kraftnahrung angewiesen waren, die u.a. die „Früchte“ des Johannisbrotbaumes liefern. Das im 5. Buch Mose enthaltene strikte Fällungsverbot des Baumbestandes, selbst bei Belagerungen unter Kriegsrecht, wird als indirekter Hinweis auf den Johannisbrotbaum verstanden.

Wenn du eine Stadt längere Zeit hindurch belagerst, um sie anzugreifen und zu erobern, dann sollst du ihrem Baumbestand keinen Schaden zufügen, indem du die Axt daran legst. Du darfst von den Bäumen essen, sie aber nicht fällen mit dem Gedanken, die Bäume auf dem Feld seien der Mensch selbst, sodass sie von dir belagert werden müssten. (die Bäume auf dem Feld seien der Mensch selbst: Von den Bäumen leben die Menschen der Stadt. Wer sie vernichtet, nimmt den Menschen für lange Zeit ihren Lebensunterhalt.) Nur den Bäumen, von denen du weißt, dass sie keine Fruchtbäume sind, darfst du Schaden zufügen. Du darfst sie fällen und daraus Belagerungswerk bauen gegen die Stadt, die gegen dich kämpfen will, bis sie schließlich fällt.

5. Mose (Deuteronomium) 20,19-20

Weitergehende Informationen zum Johannisbrotbaum in der Bibel und in anderen Kulturkreisen sowie Kultur- und Pflegehinweise sind dem Buch Kawollek/Falk: „Bibelpflanzen“, zu entnehmen.



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Das Buch
Bibelpflanzen
24,90 EUR
Bibelpflanzen. Kennen und kultivieren. Wolfgang Kawollek, Henning Falk. 2005. 130 S., 92 Farbfotos, 9 historische Abb., geb. ISBN 978-3-8001-4692-5. € 24,90

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